Gebirgsholz-ein internationaler Exportschlager

  • 0
  • 15. März 2018

Unter diesem Motto stand der 48. Waldbauerntag, der am 2. März im Heffterhof abgehalten wurde.

 Großartiger Höhepunkt im forstlichen Jahresablauf: im zum Bersten gefüllten Saal wurde der Waldbauerntag als Treffen der gesamten Wertschöpfungkskette Holz durchgeführt. Forstdirektor Dipl.-Ing. Franz Lanschützer konnte neben einer Vielzahl von Waldbauern eine Reihe prominenter Gäste begrüßen. Vertreter aus Industrie, Holzverarbeitung, von Fracht- und Holzernteunternehmern, benachbarten Waldverbänden sowie Politik, Kammern und Behörden hatten sich eingefunden, in Summe mehr als 300 Besucher.

Mehr Wertschöpfung schaffen

In seiner Begrüßungsrede spricht der Präsident der Landwirtschaftskammer Salzburg, Abg.z.NR Ök.-Rat Franz Eßl, die Bedeutung der Forst- und Holzwirtschaft an: Salzburg ist ein Waldland. Die Wertschöpfungskette kann jedoch nur funktionieren, wenn von den Waldbesitzern über den Transport bis zur Holzindustrie alle an einem Strang ziehen. Das heurige Thema des Waldbauerntags – Gebirgsholz – soll aber besonders darauf hinweisen, dass das Einkommen aus der Waldbewirtschaftung auch unter erschwerten Bedingungen mit hohen Erntekosten gesichert werden muss. Die Diversifizierung, welche sich im landwirtschaftlichen Bereich zunehmender Beliebtheit erfreut, kann daher auch im Forst für einen besseren Preis sorgen.

Mehr Holz im öffentlichen Bauwesen

Landesrat DI Dr. Josef Schwaiger ruft in Erinnerung, dass jeder 13. Arbeitsplatz im Land mit Forst und Holz zusammenhängt. Er gibt das Bekenntnis ab, in Zukunft die Verwendung von Holz im öffentlichen Bau noch mehr voranzutreiben: bisher beträgt dort der Holzbauanteil 10%, ein Anteil von 25% wäre aber sicherlich nicht zu hoch angesetzt. Abschließend dankt Landesrat Schwaiger den Waldbesitzern, die den wertvollen Rohstoff Holz in gefährlicher und professioneller Arbeit bereitstellen.

„Das Holzzeitalter hat begonnen!

In seinem Bericht zur Vollversammlung spricht Obmann Ök.-Rat Rudolf Rosenstatter die neuen Mehrfachbelastungen an, die den Wald direkt betreffen. Da ist zum einen der fortschreitende Klimawandel, der gemeinsam bewältigt werden muss. Zweitens gibt es das große Problem der invasiven Arten; dieses zeigt sich in den letzten Jahren besonders im Eschensterben, einer aus Asien eingeschleppten Krankheit. Und drittens ist es die überbordende Freizeitnutzung, welche zunehmend auf gesamter Fläche und zu jeder Zeit stattfindet und sich zu einer schweren Belastung sowohl für das Waldeigentum als auch das Waldökosystem insgesamt entwickelt. Das Eigentum muss bestmöglich in die Zukunft gebracht werden, dafür ist aber Wertschätzung nötig. Obmann Rosenstatter ist wichtig, dass sich Holz auch im neuen Regierungsprogramm in Zusammenhang mit nachwachsenden Rohstoffen abbildet. Es ist zu spüren, dass das Holzzeitalter begonnen hat: Holz ist kein Neben-, sondern ein Hauptschauplatz.

Holzmarkt 2017: viele Herausforderungen zu bewältigen

Forstdirektor Dipl.-Ing. Franz Lanschützer nennt in seinem Geschäftsbericht etwa 20 bis 25 Mill. Festmeter Schadholz, welche in Europa durch Wind und Trockenheit angefallen sind. Vor allem Sturmtief „Friederike“ ist für entsprechende Mehrmengen an Holz am Markt verantwortlich. Auch der Borkenkäfer bereitet Sorgen: bei einem Holzeinschlag in Salzburg in Höhe von 1,3 Mill. Festmetern entfallen 180.000 Festmeter auf Borkenkäfer-Schadholz. Die Wertschöpfung aus Forst und Holz ist auf Grund der allgemeinen wirtschaftlichen Lage grundsätzlich als gut zu bezeichnen, die Produzenten sollen aber – so die Forderung von Forstdirektor Lanschützer – einen christlichen Anteil daran haben. Im Bereich der Interessensvertretung ist die Sicherung des Grundeigentums eine besondere Herausforderung. Dies vor allem auch im Hinblick auf die großen Beutegreifer: hier nimmt aktuell die Debatte um den Wolf einen breiten Raum ein. Forstdirektor Lanschützer schließt mit dem Motto für 2018: „Zeichen setzen-Eichen setzen“.

 

Textilzellstoff aus Hallein – aus dem Salzburger Wald auf die Laufstege der Welt

Unter diesem Titel referiert Dipl. Forstwirt Univ. Christian Spark, AustroCel Hallein. Nach der Einstellung der Papierproduktion am Standort Hallein im Jahr 2009 und der Übernahme durch Schweighofer Fiber im Jahr 2011 erfolgte die Umrüstung der Produktion auf Viskosezellstoff. In Hallein – der Betrieb wurde 2017 von der britisch-amerikanischen Investmentgruppe Tower Brook Capital übernommen – werden jährlich aus 0,9 Mill. Festmetern Holz-Hackschnittzel etwa 155.000 Tonnen Viskosezellstoff erzeugt. Dieser wird nach China exportiert, dort erzeugt man mit aufwändigen chemischen Prozessen Viskose. Daraus wiederum werden Textilien gefertigt. Viskose zeichnet sich aus u.a. durch ein angenehmes Tragegefühl auf der Haut, durch Saugfähigkeit, durch die Herstellung aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz, durch den geringeren Energie- und Wasserverbrauch bei der Herstellung im Vergleich zu Baumwolle und durch biologische Abbaubarkeit. AustroCel Hallein plant ab 2020 umfangreiche Investitionen zur Herstellung von Bio-Ethanol aus der Ablauge der Textilzellstoffproduktion.

Waldverband Salzburg