Salzburger Waldbauerntag 2017

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  • 10. März 2017

Bewirtschaftung sichert klimafitte Wälder

Unter diesem Motto stand der 47. Waldbauerntag, der am 3. März im Heffterhof mit regem Zuspruch an Besuchern abgehalten wurde.

Dipl.-Ing. Gottfried Schatteiner, Christine Mooslechner

Ein brechend voller Saal mit ca. 300 Waldbauern war das Symbolbild für das große Interesse an der Forstbranche. Starke Themen am Puls der Zeit prägten den Fachtag der Forst- und Holzwirtschaft in Salzburg.

Der Waldbauerntag ist – neben der alljährlichen Zusammenkunft seiner Mitglieder – ein Treffen der gesamten Wertschöpfungkskette Holz. So konnte Forstdirektor Dipl.-Ing. Franz Lanschützer unter einer Vielzahl von Waldbauern auch zahlreiche Vertreter aus Industrie (Säge, Papier/Zellulose, Platte, Energie), Holzverarbeitung, von Fracht- und Holzernteunternehmern, Bundes- und Saalforsten, benachbarten Waldverbänden sowie Politik, Kammern und Behörden begrüßen, in Summe mehr als 300 Besucher.

Quer durch die Forst- und Holzbranche und über die Landesgrenzen hinaus trafen sich Vertreter der gesamten Wertschöpfungskette. Sie alle nutzten den Waldbauerntag, um sich topaktuell zu informieren und sich auszutauschen. Der Waldverband Salzburg als schlagkräftiger Verband präsentierte dabei seine vielseitigen Leistungen, Aufgaben und die Stärken. „Wo wir sind, ist vorne“, so Obmann Rudi Rosenstatter.

Waldbewirtschaftung erhöht die Widerstandskraft der heimischen Wälder. Der Wald von morgen verlangt eine vorausschauende Pflege. Der Wald braucht in Zukunft eine starke Stimme. Dabei wird es immer wichtiger eine starke Eigentumspolitik voranzutreiben, die sich mit dem vielschichtigen Zeitgeist auseinandersetzt.

Obmann Rudi Rosenstatter gab Antworten auf die Fragen: „Wo geht die Reise hin? Wie können wir die Holzverwendung steigern und aktive Klimapolitik vorantreiben?“

Der bewirtschaftete Wald ist der gute Wald

In seiner Begrüßungsrede spricht der Präsident der Landwirtschaftskammer Salzburg, Abg.z.NR Ök.-Rat Franz Eßl, die vielfältigen Aufgaben des Waldes an. Damit diese erfüllt werden können, ist der Wald zu bewirtschaften. Der Wald kann seine CO2-Speicherkapazität am besten ausschöpfen, wenn Holz verwendet und vor allem verbaut wird. Gesundes Raumklima und die Berücksichtigung von Folgekosten (z. B. Entsorgung von Baustoffen nach Nutzungsende) sind von besonderer Bedeutung.

Baustoff Holz verstärkt einsetzen

Landesrat DI Dr. Josef Schwaiger will den Holzbau vorantreiben: so sollen zukünftig im sozialen Wohnbau 10% der Gebäude aus Holz errichtet werden. Die Land- und Forstwirtschaft selbst sei aber gemahnt, im eigenen Bereich die Verwendung von Holz als Baustoff ebenfalls noch zu verstärken.

„Wo wir sind, ist vorne!

In seinem Bericht zur Vollversammlung spricht Obmann Ök.-Rat Rudolf Rosenstatter über den unglaublichen Aufbruch, der mit dem Baustoff Holz stattgefunden hat. Beispielhaft nennt er Schulen, Kindergärten, Gemeindezentren und Ortspraxen, welche zunehmend aus Holz errichtet werden. Auch die Kammer für Land- und Forstwirtschaft steht dem nicht nach: so wurden die Aufstockung des Heffterhofes und der Neubau der Bezirksbauernkammer in Maishofen durch Holzbau bewerkstelligt. Naturschutz ist ein wichtiges Thema: schützen durch nützen lautet hier die klare Botschaft. Raubbau am Wald, wie in anderen Weltgegenden an der Tagesordnung, ist strikt abzulehnen. Der Waldverband als forstlicher Zusammenschluss ist PEFC-zertifiziert und liefert somit den Nachweis über die Vermarktung von Holz, welches aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung der ebenfalls PEFC-zertifizierten Waldbesitzer stammt.

Forstliche Persönlichkeit ausgezeichnet

Der Salzburger Waldkauz wurde dieses Jahr an den Präsidenten der Landwirtschaftskammer Salzburg, Abg.z.NR Ök.-Rat Franz Eßl, verliehen. In seinen vielfältigen Funktionen verwendet sich Eßl seit Jahrzehnten für den Einsatz des Rohstoffes Holz. Franz Eßl selbst ist auch Mitglied des Waldverbandes.

Bäume brauchen Platz

Unter diesem Titel referiert HR Dipl.-Ing. Dr. Markus Neumann, Bundesforschungszentrum für Wald. Er beleuchtet aus wissenschaftlicher Sicht die Bestandesdichte für Fichten im Lauf ihrer Entwicklung. Ist das Wachstum zu dicht, müssen Bäume absterben. Eben dieser Prozess ist zu verhindern, da sich dadurch ein Qualitätsholzverlust einstellt. Gleichzeitig steigt – aufgrund der ungünstigen Stabilitätsentwicklung – das Risiko für Windwurf und –Schneebruch sowie für nachfolgende Borkenkäferprobleme. Das Windwurfrisiko nimmt ab einer Bestandeshöhe von 25 m stark zu. Nun ist der Wind nicht beeinflussbar, die Baumhöhe über das Dickenwachstum aber sehr wohl. Das entsprechende Steuerungsmittel ist die Durchforstung: eine frühe Durchforstung, welche eine niedrige Stammzahl nach sich zieht, verringert sowohl die Windwurf- als auch die Schneebruchgefahr (letztere wiederum ist sehr stark abhängig vom Verhältnis der Baumhöhe zum Baumdurchmesser). Versuche haben gezeigt, dass sich eine Absenkung auf 700 Bäume pro Hektar bei einer Höhe von 5 m, also noch im Dickungsstadium, vorteilhaft für die Bestandesstabilität auswirkt. Die wissenschaftlichen Untersuchungen der letzten Jahrzehnte haben zu den Schlüssen geführt, dass die Durchforstung früh, kräftig und selten durchgeführt werden soll. Das beschleunigte Durchmesserwachstum bedingt eine höhere Stabilität und ermöglicht eine Verkürzung des Umtriebsalters. Gleichzeitig steigen bei größeren Durchmessern die Verkaufserlöse und sinken die Holzerntekosten.

Fotos: Mooslechner (4)

Waldverband Salzburg