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Holz ist gefragt

Die Industrie und die Energiewirtschaft haben in letzter Zeit vermehrt Interesse an zusätzlichen Holzquellen bekundet. Engergieholz aus Kurzumtriebsflächen ist dabei Thema.

In Salzburg wird etwa dreimal soviel Holz verarbeitet, als eingeschlagen wird: Einem Holzeinschlag von 1,3 Mill. Festmeter steht ein Holzverbrauch von 3,9 Mill. Festmeter gegenüber. Die Sägewerke verschneiden rund 1 Mill. fm Sägerundholz, 850.000 fm werden für Kraft und Wärme verbraucht und 2,7 Mill. fm verarbeiten Zellstoff und Plattenindustrie im Lande. Gerade diese beiden Industriezweige versorgen sich zu 88 % aus Quellen die nicht im Bundesland Salzburg liegen.

Interesse an Kurzumtriebswäldern

Die Industrie und die Energiewirtschaft haben in letzter Zeit öfters das Interesse an zusätzlichen Holzquellen, wie Energieholzkulturen bekundet. In Salzburg hat die Landwirtschaftskammer bereits 1985 mit den ersten Versuchen begonnen und nachgewiesen, dass für den Kurzumtrieb Pappeln und Weiden gut geeignet sind, aber Licht, Wasser und Pflege in ausreichendem Maße brauchen. Genau diese Faktoren sind es aber, die diesen Kulturen nicht zugestanden werden. Bei den zur Verfügung gestellten Flächen handelt es sich nämlich meist um solche, die in der herkömmlichen Bewirtschaftung nicht mehr gebraucht werden, weil sie zu geringe Erträge abwerfen. pH-Werte unter 5,5 sind für die Energieholzproduktion mit Pappeln nicht günstig, die Weide würde mit dieser Situation noch am besten fertig werden, aber auch die Versorgung mit Phosphor und Kali soll nicht unter der Versorgungsstufe B laut Bodenuntersuchung liegen. Besonders lang extensiv bewirtschaftetes Grünland, schattige Flächen in der Nähe des Waldes und vernässte Standorte sind keine Lieblingsstandorte für schnellwachsende Bäume. Wenn die Nährstoffversorgung ausreichend ist, kann ein guter Wuchs bis in Seehöhen von 1.000 m erreicht werden.

Kampf dem Unkraut

Bei der Anlage solcher Energieholzkulturen ist die Unkrautkontrolle in den ersten Jahren das allerwichtigste. Die 20 cm langen Stecklinge oder die zwei Meter langen Ruten, die ab März bis spätestens Ende April ausgepflanzt werden, müssen im ersten Jahr unkrautfrei gehalten werden, daher sollte die Fläche mehrmals im ersten Jahr gemulcht, gefräst, gegruppert oder mit einer Scheibenegge gepflegt werden. Mit dieser Bearbeitung können auch sehr schwere Böden für die Energieholzproduktion fit gemacht werden.

Energieholz bleibt Landwirtschaft

Die Mindestabstände, die die Kurzumtriebswälder zu anderen landwirtschaftlichen Flächen haben müssen, hängen natürlich davon ab, wie hoch die Bäume kultiviert werden, betragen aber in den meisten Bundesländern vier Meter. Energieholzkulturen bleiben landwirtschaftliche Fläche, wenn eine Meldung an die Bezirkshauptmannschaft erfolgt. Deswegen gibt es für diese Flächen auch die einheitliche Betriebsprämie, nicht aber die ÖPUL-Prämie.  

In allen Aktionsplänen zum Thema Klima und Energie spielen Kurzumtriebsflächen und Energieproduktion eine wesentliche Rolle. Kurzumtriebsbaumarten können bei entsprechender Anlage und Umtriebszeiten von 10-12 Jahren sowohl Energie- als auch Industrieholz liefern. Beides wird in der nächsten Zeit sehr gefragt sein.

Wird das Material für kleine oder mittlere Heizungsanlagen verwendet, so muss es getrocknet werden. Das im Winter geerntete Holz wird an sonnigen Plätzen aufgestapelt und hat im Herbst einen Wassergehalt, der auch für kleine Anlagen verkraftbar ist.

 

Text und Foto:

FD Grill