Rasches Handeln bei Borkenkäferbefall

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  • 1. August 2017

Als kurzfristige Maßnahme dämmt nur eine saubere Waldwirtschaft die Vermehrung des gefährlichen Forstschädlings ein. Die Aufmerksamkeit und Entschlossenheit der Waldbesitzer sind heuer besonders gefragt, um das Ausmaß der Borkenkäferschäden in Grenzen zu halten.

Mit 2,63 Millionen Festmeter Borkenkäferschadholz in Österreich kam es 2016 zu einem weiteren Anstieg. Es ist dies der dritthöchste Wert seit Aufzeichnungsbeginn. Selbst wenn die großen Hauptschadensgebieten derzeit nicht in Salzburg liegen, kam es letztes Jahr auch in Salzburg zu einem Anstieg auf knapp über 100.000 Festmeter Käferholz. Insgesamt ist von einer sehr hohen Populationsdichte an Borkenkäfer auszugehen. Dies trifft insbesondere für die Regionen im Flachgau, Pongau und Pinzgau zu, die von Sturmereignissen des letzten Sommers betroffen waren. Die Witterung des letzten Halbjahres war ausgesprochen ungewöhnlich. Ein trockener warmer Herbst und Winterbeginn, der nur von einer kurzen schneereichen, kalten Phase im Jänner bis Anfang Feber unterbrochen worden ist, folgte ein warmer Frühlingbeginn Anfang April. Das Borkenkäfermonitoring bestätigte, dass in den wärmeren Tieflagen Buchdrucker und Kupferstecher hier ihren ersten Schwärmflug begannen. Nach einer dreiwöchigen Kältephase waren die letzten Wochen geradezu ideal für den weiteren Käferflug und die Entwicklung der Bruten. Daher verwundert es nicht, dass von Waldbesitzern, Waldhelfern und Bezirksförster erste sichtbare Nester mit Stehendbefall gemeldet wurden.

Lebensweise

Die Frassgänge der Käfer und Larven unterbrechen das lebensnotwendige Bastgewebe unter der Rinde der Fichte. Befallene Fichten erholen sich daher nicht mehr, sondern sterben durch einen Befall jedenfalls ab. Die Entwicklungsdauer von der Brutanlage bis zum fertigen Jungkäfer dauert beim Buchdrucker und Kupferstecher im langjährigen Durchschnitt in den Tieflagen acht Wochen. Eine warme Witterung könnte dies verkürzen und damit direkt begünstigen. Indirekte Vorteile ziehen die Borkenkäfer durch Wärme und Trockenheit, indem schlecht wasserversorgte Fichten leichter befallen werden können. Ein Buchdruckerweibchen legt durchschnittlich 40 Eier. In Tieflagen sind zwei, selten drei Generationen möglich. Deshalb ist der zur Massenvermehrung neigende Buchdrucker unter Forstleuten so gefürchtet. Wiederum witterungsabhängig endet das Käferjahr in der Regel im September, indem die Borkenkäfer ihr Winterquartier in der Nadelstreu aufsuchen oder unter Rinde überwintern.

Saubere Waldwirtschaft

Die alte Tugend der „sauberen Waldwirtschaft“ war und ist gefragter denn je. Nur eine rasche Aufarbeitung und ein rechtzeitiger Abtransport befallener Bäume hilft den Schädling in den Griff zu bekommen. Eine günstige feuchte Witterung kann nur mithelfen die Vitalität der Fichten zu verbessern. Alle Waldeigentümer werden deshalb aufgerufen, laufend, aber insbesondere verstärkt in den nächsten Wochen ihre Wälder auf Käferbefall zu kontrollieren und im Anlassfall Maßnahmen zu ergreifen. Die Forstexperten der Bezirkshauptmannschaften und der Landwirtschaftskammer stehen den Waldbesitzern gerne beratend zur Seite.

Folgende Erkennungsmerkmale schließen auf einen Stehendbefall:

  • Das Harzen der Bäume auf Grund des Einbohrens der Käfer kann ein Hinweis auf Befall sein. Ein Befall beginnt im unteren Kronendrittel.
  • Bohrmehl in Spinnennetzen, an den Rindenschuppen oder auf Blätter der Krautschicht. Entsprechendes Bohrmehl am Stammfuß lässt sich nur nach einigen Schönwettertagen finden.
  • Viele grüne abgeworfene Nadeln um den Stammfuß
  • Ein roter Wipfel oder ein Fahlwerden der Krone deutet bereits auf einen fortgeschrittenen Befall und Käferentwicklung hin.
  • Auffallende Spechtaktivitäten im Wald können Hinweise auf Borkenkäferbefall in diesem Bereich sein.

Großzügig rändeln!

Ein häufiger Fehler ist, dass die benachbarten Fichten von frischen Käferbäumen zu wenig mitkontrolliert werden. Auf Grund zeitlicher Verzögerung beim Befall ist es häufig, dass befallene Nachbarbäume noch grüne Kronen haben, aber nicht als Käferbäume wahrgenommen werden. Deshalb sollten grüne Nachbarbäume mitgeschlägert und auf Befall kontrolliert werden. Bestätigt sich dieser, wird empfohlen, großzügig zu rändeln.

Waldverband Salzburg